Sponsoren buchen selten wegen des Logos auf der Bühnenwand erneut. Sie buchen erneut, wenn nach dem Event Gespräche im Vertrieb landen. Auffällig ist, wie wenig Veranstalter dafür tun: Das Sponsorenpaket enthält Standfläche, Logoplatzierung und zwei Freitickets, und für die Frage, was am Stand an Kontakten entsteht, steht am Ende eine Schale mit Visitenkarten oder ein Zettel mit Kugelschreiber.
Das ist ein Problem für die Sponsoring-Verantwortlichen auf Veranstalterseite. Der Sponsor misst den Erfolg an Leads, du misst ihn an der Auslastung der Pakete. Beide Zahlen passen erst zusammen, wenn du dem Sponsor ein Werkzeug gibst, mit dem er seine Gespräche sauber festhalten kann.
Dieser Artikel zeigt, welche Daten ein Sponsor am Stand wirklich braucht, wie du die Lead-Erfassung beim Event ohne Zusatzaufwand organisierst und an welchen Stellen KI Zeit spart, ohne dass jemand einen Standbesucher mit einem Formular verschreckt.
Warum die Visitenkarte als Lead-Format nicht mehr reicht
Eine Visitenkarte enthält Name, Firma und eine Mailadresse. Für ein Vertriebsteam ist das der kleinste mögliche Datensatz: Es fehlt, worüber gesprochen wurde, wie konkret das Interesse war und wer im Sponsorenteam das Gespräch geführt hat.
Dazu kommen drei praktische Schwächen.
1. Die Abtipp-Lücke
Karten werden nach dem Event eingesammelt, gebündelt und von jemandem in ein CRM übertragen. Diese Aufgabe bleibt gern eine Woche liegen. Und je länger sie liegt, desto kälter wird der Kontakt.
2. Die Einwilligung
Wer Kontaktdaten von Teilnehmenden für Vertriebsansprache nutzen will, braucht eine nachvollziehbare Grundlage. Eine Karte in der Schale beweist nicht, wofür jemand sie abgegeben hat.
3. Die fehlende Vergleichbarkeit
Zehn Sponsoren, zehn Zettel, zehn Formate. Du als Veranstalter kannst am Ende keine Aussage treffen, wie viele Gespräche das Event insgesamt ermöglicht hat. Genau hier wird eine strukturierte Lead-Erfassung beim Event relevant.
Was ein Sponsor am Stand tatsächlich festhalten muss
Die Daten sollten klein, aber vollständig sein. Für die Lead-Erfassung am Sponsorenstand genügen als Mindestumfang fünf Felder:
- Kontakt: Name, Firma, Rolle, E-Mail – idealerweise aus dem Teilnehmerprofil übernommen und nicht neu eingetippt.
- Interesse: Eine Auswahl aus drei bis vier Stufen, zum Beispiel „Info reicht“, „Folgegespräch“ oder „Angebot gewünscht“.
- Thema: Ein Stichwort oder eine Produktkategorie.
- Notiz: Ein Satz in Freitext, auch per Sprachnotiz.
- Zeitstempel und Mitarbeiter: Wer hat wann mit der Person gesprochen?
Entscheidend ist die Interessenstufe. Sie entscheidet, ob ein Kontakt am nächsten Tag ein persönliches Telefonat bekommt oder in einen Newsletter-Verteiler wandert. Ohne diese Information bekommen alle dieselbe Mail – und das merken die Empfänger.
So organisierst du die Erfassung ohne Mehraufwand
Der häufigste Fehler ist, dem Sponsor ein eigenes Tool zu empfehlen und es dann dem Zufall zu überlassen, ob jemand es installiert. Besser ist ein Ablauf, der in dein Ticketing eingebaut ist.
Schritt 1: Badge mit QR-Code
Beim Check-in erhält jede teilnehmende Person einen Badge mit QR-Code. Dieser Code verweist auf das Profil in der Teilnehmerliste.
Schritt 2: Kontakt direkt am Stand erfassen
Das Standpersonal des Sponsors scannt den Code mit dem eigenen Smartphone. Name, Firma und Rolle erscheinen sofort. Niemand muss die Kontaktdaten abtippen.
Schritt 3: Interesse und Notiz ergänzen
Direkt nach dem Gespräch wählt der Mitarbeiter die Interessenstufe aus und ergänzt eine Notiz. Das dauert etwa 20 bis 30 Sekunden.
Schritt 4: Einwilligung berücksichtigen
Die Einwilligung ist vorab geklärt, etwa über eine Checkbox bei der Anmeldung: „Sponsoren dürfen mich zu ihren Angeboten kontaktieren“. Wer sie nicht gesetzt hat, erscheint beim Scan mit einem entsprechenden Hinweis und wird nicht exportiert.
Schritt 5: Daten für den Vertrieb bereitstellen
Nach dem Event erhält der Sponsor einen Export, der direkt ins CRM importiert werden kann – mit allen fünf Feldern.
Ein Rechenbeispiel auf Basis eigener Annahmen, nicht auf Basis von Messwerten: Ein Sponsor führt an einem Konferenztag 60 relevante Gespräche. Ohne Scan kostet das Abtippen bei rund zwei Minuten pro Karte etwa zwei Stunden Nacharbeit, plus Rückfragen, weil Kürzel nicht mehr lesbar sind. Mit Scan entfällt dieser Block weitgehend, und der Sponsor kann am Folgetag mit der Nachbereitung starten.
Wo KI hilft und wo sie lieber aus dem Spiel bleibt
KI lohnt sich bei Aufgaben, die nach dem Gespräch anfallen, nicht während des Gesprächs. Sinnvoll sind vor allem drei Einsatzfelder:
- Notizen zusammenfassen: Sprachnotizen oder Stichworte werden in einen Satz mit Thema und nächstem Schritt umgewandelt.
- Leads priorisieren: Aus Interessenstufe, Rolle und Firmengröße entsteht eine Reihenfolge für die Nachfassaktion am nächsten Tag.
- Follow-ups vorbereiten: Pro Interessenstufe entsteht ein Mailentwurf, den der Sponsor prüft und anpasst, statt ihn automatisch zu versenden.
Nicht sinnvoll ist es, Standbesucher automatisch zu bewerten und diese Bewertung offen zu zeigen. Ein Gespräch am Stand lebt vom persönlichen Eindruck, und eine Scoring-Anzeige auf dem Handy kann der Atmosphäre schaden.
Auch bei der Verarbeitung personenbezogener Daten solltest du transparent bleiben: Wofür werden die Daten genutzt und wer sieht sie?
Was du als Veranstalter davon hast
Für Sponsoring-Verantwortliche ändert sich damit der Verkaufsdialog. Statt „zwei Freitickets und ein Logo“ kannst du ein messbares Ergebnis versprechen: Alle Gespräche werden im selben Format erfasst, und du kannst nach dem Event pro Sponsor berichten, wie viele Kontakte entstanden sind und wie viele davon ein Folgegespräch wünschten.
Das stärkt die Verlängerung. Ein Sponsor, der nach dem Event 40 saubere Kontakte im CRM hat, muss nicht überzeugt werden, nächstes Jahr wiederzukommen. Und für Neukunden im Vertrieb ist die Zahl der erfassten Gespräche aus dem Vorjahr ein belastbareres Argument als die Angabe der Gesamtbesucher.
Sponsoren-Checkliste: 30 Minuten Vorbereitung
- Einwilligungstext: In der Anmeldung festlegen und rechtlich prüfen lassen – 5 Minuten Abstimmung mit Datenschutz.
- Interessenstufen: Definieren, höchstens vier – 5 Minuten.
- Badge-QR-Codes: Im Check-in testen – 10 Minuten.
- Sponsoren-Briefing: Auf einer Seite erklären: So scannst du, so ordnest du ein, so exportierst du – 5 Minuten.
- Export-Format: Mit dem größten Sponsor abstimmen – 5 Minuten.
Wo eventpage.ai ins Bild kommt
Die genannten Schritte lassen sich in eventpage.ai ohne Tool-Wechsel abbilden. Teilnehmende melden sich über die Eventseite an, inklusive Einwilligung für Sponsorenkontakt. Beim Check-in erhalten sie einen Badge mit Code, und über die Lead-App erfasst das Standpersonal Kontakte direkt am Smartphone – mit Interessenstufe und Notiz.
Nach dem Event steht pro Sponsor ein Export bereit. Die KI-Funktionen unterstützen bei Zusammenfassungen und Entwürfen, die Freigabe bleibt bei dir und den Sponsoren. Hosting und Datenverarbeitung erfolgen in Deutschland.
Invitation Management für messbare Sponsoren-Leads
Die Qualität der Lead-Erfassung beginnt nicht erst am Sponsorenstand. Sie beginnt bereits bei der Einladung und Anmeldung. Wenn Teilnehmerdaten strukturiert vorliegen und die Einwilligung für Sponsorenkontakt vorab geklärt ist, kann der Kontakt am Stand erfasst werden, ohne dass Besucher ihre Daten erneut eingeben müssen.
Damit wird Invitation Management zu einem wichtigen Teil des gesamten Ablaufs: Von der Einladung über Anmeldung und Check-in bis zur strukturierten Lead-Erfassung entsteht ein durchgängiger Prozess. Für Sponsoren wird aus einer Standfläche ein messbarer Kontaktpunkt – und für dich als Veranstalter wird der Mehrwert des Sponsorenpakets konkreter.
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